Ist es schon zu spät für einen Markteintritt in China?

14.05.10

Seit vielen Jahren wird China in den Chefetagen als Zukunftsmarkt gehandelt. Siemens, Volkswagen, BASF und andere deutsche Global Player sind seit Jahren erfolgreich in der Region aktiv.

Insbesondere die letzte Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass diese Aktivitäten positive Auswirkung auf die Ertragskraft der Unternehmen haben. Die deutliche Erholung der chinesischen Wirtschaft hat den Unternehmen nachhaltig geholfen, Ertrag und Umsatz zu stabilisieren.1

Schwierig hingegen war es für Unternehmen, die in der Region wenig oder gar nicht präsent sind. Dazu gehört z.B. der Hamburger Gabelstaplerhersteller Jungheinrich, der in China keine Produktion unterhält und auch nur 6% seiner Umsätze außerhalb Europas generiert.

Aus diesem Blickwinkel ist es verständlich, dass auch die China-skeptischsten Unternehmer mittlerweile einen Eintritt in den Markt prüfen. Dabei stellt sich schon zu Beginn oftmals die Frage: Sind wir zu spät?2

Diese Frage ist sicherlich nicht leicht zu beantworten. Argumente die für diese These sprechen, könnten folgende sein:

  • Mittlerweile ist nahezu jeder lokale Marktführer aus dem Ausland in China aktiv - daraus resultiert eine extrem hohe Wettbewerbsdichte.
  • Chinesen kaufen ausländische Produkte nicht mehr nur noch auf Grund der Herkunft - Qualität, Markenbekanntheit und Performance gewinnen an Bedeutung.
  • Chinesische Staatsbetriebe bauen ihre Markstellung aus und genießen eine starke politische Unterstützung.
  • Staatliche als auch private chinesische Unternehmen werden innovativer und effizienter.
  • Nationalistische und protektionistische Maßnahmen seitens der Regierung.


Ebenso viele Argumente sprechen für einen Markteintritt in China:

  • Stetig wachsender Binnenmarkt und Kaufkraft.
  • Bessere Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal in China.
  • Klarere rechtliche und administrative Rahmenbedingungen.
  • Stetig wachsende und optimierte Infrastruktur.
  • Intellectual Property Rights auf internationalem Niveau.

 

Vor einem Markteintritt in China gilt es also, die Situation vor Ort umfassend zu prüfen. Ferner ist das Verständnis seitens des Managements nötig, dass ein Engagement in China besondere Herausforderungen an das Unternehmen stellt. Entsprechende Ressourcen personeller und finanzieller Art müssen zur Verfügung gestellt werden. Ebenso muss das Verständnis vorhanden sein, dass China ein spezieller Markt ist, der spezielle Maßnahmen erfordert.

Während es in der Vergangenheit ausreichend gewesen sein mag, dass man das B oder C Team nach China entsandt hat - so ist es nun an der Zeit, das A Team zu senden. Dabei muss das Team willig und in der Lage sein, sich auf die lokalen Bedingungen einzustellen und diese zu akzeptieren. Es mag eine der größten Hürden sein, dieses Personal zu finden.

 

1http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/handelsblatt-rangliste-nur-dax-konzerne-starten-voll-durch;2576222

2http://www.echinacities.com/main/news/shownews.aspx?n=5370&pageindex=1