15.07.09
Chinas Wasserressourcen sind knapp und in der Fläche ungleich verteilt. Der zeitliche Aspekt des Niederschlags verschärft das Problem der ungleichen Verteilung. Starke Niederschläge und überflutete Flüsse während der Monsun-Zeit wechseln sich ab mit Dürreperioden. Über 300 Millionen Chinesen haben keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser.
Chinas Wasserknappheit wird verschärft durch eine stetig ansteigende Schadstoffbelastung im Oberflächenwasser als auch im Grundwasser. Hauptverursacher ist der häusliche Bereich, in dem nur 56% der Abwässer aufbereitet werden.
Die totalen Einleitungen betrugen im Jahr 2006 53,7 Mrd. Tonnen. Wassermessungen von 745 Flussabschnitten ergaben, dass 28% den schlechtesten Gütegrad erreichten und damit egal zu welchem Zweck nicht verwertet werden können. 32% der Messungen lagen in einem Bereich, der industriellen Anforderungen genügte.
Pro Kopf ergibt sich für ganz China eine Verfügbarkeit von ca. 2156 m³ Wasser pro Jahr, was einem Viertel des weltweiten Durchschnitts von ca. 8549m³ Wasser pro Jahr entspricht. Im nördlichen Teil Chinas sind es aufgrund der deutlich geringeren Niederschläge gar nur 757m³ pro Jahr, unter der Grenze von 1000 m³ Wasser liegend, was offiziell eine echte Wasserknappheit bedeutet. Der effiziente Umgang mit Wasser spielt somit eine wichtige Rolle.
Der absolute Wasserverbrauch Chinas beträgt pro Jahr 630 km³. (entspricht dem zweiten Platz weltweit hinter Indien mit 646 km³, den dritten Platz belegt die USA mit 479 km³). Vergleicht man die Kennzahl BIP mit dem dafür benötigten Wasser, ergab sich im Jahr 2000 für China ein Ratio von 0,6 m³ Wasser je 1 USD BIP. (zum Vergleich: alle OECD Staaten liegen unter 0,1 m³, Deutschland liegt bei ca. 0,02 m³). In China entfallen 24% der Wasserentnahmen auf den Industriesektor. Insgesamt können ca. 40% des Wassers wiederverwertet werden. In den entwickelten Staaten liegt dieser Anteil bei 75-85%.
Im nördlichen China spielt eine hohe Wassereffizienz eine noch höhere Rolle, denn aufgrund des mangelnden Oberflächenwassers ist man hier verstärkt auf Grundwasserressourcen angewiesen. Durch die hohe Entnahme kommt es dort zur Erschöpfung von Wasserreservoiren, Austrocknung von Seen und Feuchtgebieten, sowie zu Landabsenkungen.
Man schätzt, dass die Wasserkrise China 2,3% des BIP’s kostet. (1,3% aufgrund der Wasserknappheit; 1% durch direkte Schäden durch der Wasserverschmutzung) Die Situation der Wasserverschmutzung ist somit ein sehr ernsthaftes Problem.
Der Autor: Gunnar Levknecht studiert an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg Technische BWL. Seine Diplomarbeit über das Thema Wasser in China - und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für deutsche Unternehmen, schreibt er im Hause der Mussenbrock & Wang.